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Michael Jackson (1958 – 2009)

Letzen Donnerstag gegen 23 Uhr MESZ wurde Michael Jackson für Tod erklärt und uns wurde damit die Möglichkeit gegeben die Auswirkungen zu beobachten, den das Sterben einer Musiklegende auf den Rest der Welt hat.
Natürlich: Wie bei Jonh Lennon, Kurt Cobain, Tupac etc. gibt es die trauernde Fan Gemeinde, dann gibt es die Medienberichte und schließlich auch ein spürbares Anziehen der CD Verkäufe Weltweit (Verschwörungstheorien gibt es meist als Sahnehäubschen oben drauf).

Nun, 5 Tage nach seinem Tod, befinden sich 13 seiner Alben (davon ein Jackson 5 Best of Album) in den amazon.com Top 100 Käufercharts. Hinter jedem(!) Artikel der morbid anmutende Satz: “5 days in the top 100“.

Jackson war seit jeher populär, eine Kultfigur, der selbsternannte König des Pop. Aber zu keiner Zeit war er so in aller Munde wie es in den letzten 5 Tagen der Fall war. Die letzten Jahre war er für viele Menschen (und da schließe ich mich mit ein) sogar eine Art Freak. Der, der es mt seinen Operationen zu weit trieb, der sein Kind beinahe aus einem Balkon Fenster fallen lies, der trotz augenscheinlicher körperlicher Schwäche eine Comeback Tour versuchen wollte usw.. Für viele schwarze Mitmenschen war er sogar eine Art “Verräter” aufgrund der Tatsache, dass er sich neben seiner Hautfarbe auch noch die typischen afroamerikanischen Merkmale entfernen lies. Da half auch sein Song “Black or White” nicht mehr viel.

Der Volksmund sagt:”Über die Toten nur Gutes!” und so schien es oben genannte Vorurteile und böse Späße auch nie gegeben zu haben. Oder etwa doch?
In den meisten(nicht allen!) Blog Einträgen, Nachrufen etc. wurden diese relativiert und/oder man berief sich darauf, dass Jackson ja im Prinzip seit Thriller/Bad/EarthSong/[Hier beliebiges Lied aus der Feder Jacksons einsetzen] schon “tot” gewesen wäre, nur noch ein Abziehbildchen seiner selbst. Deswegen gedenke man auch nicht dem 2000er Jackson, sondern vielmehr dem Künstler aus den 80ern und frühen 90ern, der mit seinen Kompositionen Pop Geschichte schrieb und an die eigene Kindheit erinnere. Und so gerne ich auch manche Texte über ihn gelesen habe: Es fühlte sich zu oft geheuchelt und irgendwie falsch an, selbst wenn es das nicht war.

Natürlich sollte man eine Person ehren, die ein solches Lebenswerk hinterlässt, das bestreite ich gar nicht, aber in manchen Fällen wird da eine wahre 180° Wende im Bezug auf die eigene Meinung vollzogen. Menschen (aus meinem Bekanntenkreis), die vorher noch nie ein Michael Jackson Album besessen haben, haben plötzlich 3 Stück (provokant) im Regal stehen oder ärgern sich, dass sie überall ausverkauft sind. Tja es ist schon leichter einer toten Legende Tribut zu zollen, als einer lebenden Legende, deren Verhalten und Erscheinungsbild doch eher seltsam-peinlich ist. Allerdings hätte es Jackson wohl auch begrüßt in seinen vergangenen letzten Jahren ein paar huldigende Worte entgegen zu nehmen. Als Toter hat er nun nichts mehr davon. Das Sony Management hingegen kann sich jetzt ganz gewaltig die Hände reiben, denn der Tod des “King of Pop” war wohl eine der besten (und dazu noch kostenfreien) Werbemaßnahmen in der Unternehmensgeschichte.

Mir bleibt zu sagen: Ich freue mich, dass, wenn ich mit dem Auto meiner Partnerin unterwegs bin, auch mal wieder Michael Jackson Songs, anstatt Nickelback läuft und bedauere gleichzeitig seine Tod sehr. Ich bin der Überzeugung, dass er seine Comeback Tour wohl nicht ganz durchgezogen hätte, aber vielen Menschen den Abend ihres Lebens beschehrt hätte.

Ich werde ihn so in Erinnerung behalten wie ich ihn sah:
Ein Idol, ein Künstler, eine Kindheitserinnerung, ein Weirdo und als einen Menschen, der jeglichen Bezug zur Realität verloren hat.

Auf das scheinbar obligatorische Requiescat in Pace verzichte ich hier.

Geschrieben von: Julian in Persönliches, Sonstiges

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